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NotizenfürdenMoment-3

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Outfitterinnen, liebe Einkleider,

Kleider machen Leute, so heißt es gerüchteweise. Tatsächlich sollen Kleider sogar ein psychologisches Werkzeug sein, dass die Selbstwahrnehmung, Emotionen und das gesellschaftliche Verhalten beeinflusst. Die Theorie dazu will „Enclothed Cognition“ heißen und versucht die systematischen Möglichkeiten zu beschreiben. Etwa, dass das Tragen eines Laborkittels die Konzentration steigern kann, während Sportkleidung eher die Motivation für körperliche Aktivität erhöhen will. Ob das so ist, entscheidet jedoch der Einzelfall.

Als Dresscode wollen Kleidervorschriften wiederum einen angemessenen Kleidungsstil definieren, der in bestimmten Kontexten, vielleicht in Beruf, Schule oder bei Veranstaltungen gelten soll. Gründe dafür sind ebenso vielfältig, haben aber zumeist soziale wie funktionale Ziele.

Bisweilen gibt es dann noch Anziehvorschriften, die abseits jeder Kleiderordnung nur das richtige Einsteigen in ein Kleidungsstück ermöglichen wollen – quasi eine Gebrauchsanweisung. Eine solche brachte letztens der Zufall mit sich, für Strumpfhosen. Sie wissen schon, dieses einteilige Beinbekleidungsstück, das in der Regel den Körper von der Taille abwärts hauteng einhüllt. Noch Ende des 18. Jahrhunderts waren die Strumpfhosen als Pantalons und als Männerkleidungsstück bekannt. Inzwischen und mit den ganzen Unbestimmtheiten in der Identifikation können sie auch von allen anderen getragen werden, weshalb es vielleicht die Anleitung gibt.

Diese sogar bebilderte Anziehanleitung stellte als Grundvoraussetzung, vor ihre Anwendung, einen Hinweis: „Stellen Sie sicher, dass Sie keinen Schmuck, wie Armbänder, Uhren oder Ringe tragen.“ Und schon geht’s los:
1. „Bitte raffen Sie die Strumpfhose bis zur Spitze.“ Abgebildet ist eine auf einem Stuhl sitzende stilisierte Figur, die die Strumpfhose entsprechend nimmt.
2. „Positionieren Sie die Spitze im Zehenbereich. Streifen Sie nun die Strumpfhose mit gleichmäßiger Dehnung bis zum Knie. Das Gleiche gilt für das zweite Bein.“ Die Stilisierte sitzt dabei weiterhin auf dem Stuhl.
3. „Bitte ziehen Sie nun sanft beide Beinteile bis zum Schrittbereich. Positionieren Sie dann den optimalen Sitz des Zwickels.“ Nun steht sie leicht vornübergebeugt.
4. „Rollen Sie das Höschenteil bis in die Taille und verteilen Sie es entsprechend Ihres Tragekomforts.“ Entsprechen steht das Modell nun aufrecht.
Da alles wahrscheinlich nicht en Detail eigehalten werden muss, gibt es keine weiteren Warnhinweise. Dennoch besteht die Frage, ob so etwas im täglichen Leben tatsächlich hilfreich ist, oder ob es eher eine Absicherung des Herstellers, im Fall eines Reklamationsversuchs nach „unsachgemäßer Nutzung“ ist?

Wo wir schon bei Anleitungen sind, möchten wir Ihnen natürlich auch das Programm des Kulturhauses an die Hand geben, wie auch den Spielplan des Kinos. Zudem geben wir auch gerne schon richtungsweisende Hinweise mit dem Ziel Freilichtbühne an der Zitadelle. Es ist zwar bis zur Saisoneröffnung noch etwas hin, aber das Programm ist vollständig.
Auch zwei Montagskonzerte auf dem Reformationsplatz können Sie sich schon mal vormerken – eins Juli, eins im September.

Wenn Sie weiteres Interesse an weiteren Anleitungen haben, kann das „Weltweite“ bekanntermaßen vielfältige Hinweise geben. Um aber beim Einkleiden zu bleiben, auch wie Mann sein Hemd richtig in die Hose steckt … Das wirft allerdings mehr Fragen auf, als in Richtung Komplexität der Handlung beantwortet werden müssten – aber wer weiß …

Vielen Dank für Ihre Besonnenheit sagt
Michael Pfeil