Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Humoristen,
„Nie wieder Krieg!“ Mit dieser Botschaft und in Plakatform wollte Käthe Kollwitz 1924 ein mahnendes Motto in die Welt aussenden. Leider hatte die Devise bereits 1939 keine Relevanz mehr. Und auch nach ’45 ist eine Initiative in diese Richtung nicht wirklich erfolgreich; gerade mit Blick in die Gegenwart. Deshalb wurde die politische Positionierung im Lande wohl auch schon beizeiten dahingehend verschoben, wenigstens keinen Weltkrieg mehr auslösen zu wollen.
Die Krux an der Sache ist aber, wie die Militärhistorie belegen könnte, dass Weltkriege nicht wirklich ausgelöst werden, sondern mit der Zeit entstehen. Jeder Krieg, der lang genug dauert, kann weitere Kriegsschauplätze entstehen lassen, die hinterrücks einen Weltkrieg erwachsen lassen – auch ungewollt. Die Konsequenz einer „Nie wieder Krieg“-Entscheidung wäre also, sich an keinem Krieg beteiligen zu wollen; ohne „aber“!
Zudem ist das Kriegsbesteck inzwischen dermaßen destruktiv, dass man Barbarei nicht mal mehr als zivilisatorische Entwicklung deklarieren könnte.
Aber … es gibt ja immer „gute Gründe“ dafür, etwas dann doch zu machen.
Deshalb an dieser Stelle Werbung, für das Kulturhaus eigene Programm, mit einem besonderen Tipp bezüglich Comedy mit Till Frömmel. Selbstverständlich auch der Hinweis auf den Spielplan des Kinos – wir kommen in Frieden!
Frieden stellt hohe Anforderungen an alle. Wie lässt es etwa Friedrich Schiller Wilhelm Tell in eben jenem Drama sagen: „Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt“. Deshalb wird für den Frieden auch gerne das Militär gefördert – als Heilserwartung.
Allerdings muss man dann auf sein Personal achten, damit einem nicht ein Banner mit „Si vis pacem evita bellum (Willst du Frieden, vermeide den Krieg)“ von demonstrierenden Soldaten entgegengehalten wird, wie es bei Asterix und Obelix in „Der große Graben“ vorgemacht wird.
So etwas zuzulassen hätte wohl mit Humor zu tun. Aber, da politisches Geschehen immer auch ein Kräftemessen ist und alles was als Schwäche ausgelegt werden könnte versucht wird zu vermeiden, kann es mit Humor nix werden. Dem Menschen will scheinbar nichts anderes als Rüstung einfallen – eine Merkel’sche Alternativlosigkeit?
Ein bisschen Frieden … Wie kann Frieden gelingen, wenn er doch zumeist nur als Abwesenheit von Krieg gesehen wird?
Vielleicht ist das große Ganze ohnehin immer nur eine Kosten-Nutzen-Erwägung. Und wenn die Kosten für „Frieden“ höher ausfallen als ein Krieg einbringt …
Andererseits können die „offiziellen“ Anforderungen an eine „grüne“ Umwelt doch eigentlich auch keinen Krieg zulassen. Mit massiven CO2 -Emissionen, anderen toxischen Kontamination und verbrannter Erde kann man keine positive Klimabilanz hinkriegen – nicht mal mit Greenwashing oder einem speziellen Ökosiegel ließe sich so ein Albtraum verschönern.
Also wieder die Frage: Was ist hier jetzt wohl zu tun?
Vielen Dank für Ihre Besonnenheit sagt
Michael Pfeil