Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Bekannte,
Wallah Krise! Ich schwör!
Krisen im täglichen Leben zu meistern erfordert Resilienz, Akzeptanz und proaktives Handeln, so heißt es jedenfalls, auch von der Lebenshilferatgeberseite. Wichtig dabei soll das Annehmen der Situation sein, aber auch die Selbstfürsorge. Vielleicht könnte noch soziale Unterstützung und das Fokussieren auf lösbare Teilaufgaben gefragt sein.
Nun die Krise ist da … also annehmen der Situation … tief durchatmen … es ist nur die Tagesform … aber, das Fass ist nun mal JETZT übergelaufen. Sie möchten einfach nicht mehr nicht mit ihrem richtigen Namen angeredet werden.
Mit dem Gegenüber stehen Sie bereits seit Jahren in Kontakt, wenn auch eher schriftlich. Dennoch hat sich ihr Name schon vielfach gezeigt und kann nicht nicht wahrgenommen worden sein.
Allerdings werden Sie trotzdem immer und penetrant mit falschem Namen angeschrieben; nicht einmal mit einer Verfremdung ihres Namens, einfach mit einem komplett anderen Namen.
Korrekturversuch, auch von anderen Personen, haben keinerlei nachhaltigen Effekt gezeigt.
Und JETZT ist die Entrüstung groß! – wie gern würde ich meinen Namen haben.
Die Psychologie will natürlich für jede Seite Partei ergreifen und hält im Fall des falschen Namensbekenntnisses als Entschuldigung eine fehlerhafte Kategorisierung im Gehirn bereit – das Gehirn ruft im Eifer des Gefechts die „falsche“ Person aus derselben Gruppe ab. So etwas wollen in der Vergangenheit Fachleute der Duke University aus Durham, North Carolina festgestellt haben.
Wäre es im familiären Rahmen, könnte der falsche Name auch ein Zeichen der Zuneigung sein.
Zudem gibt es noch das Namenssyndrom, die Alexinomie, eine Art Blockade, bei der Betroffene Schwierigkeiten haben, Namen generell auszusprechen – aus Angst, Peinlichkeit oder bei zu hoher Intimität, was dazu führen kann, dass Namen vermieden oder eben vertauscht werden.
Auch der Freudsche Versprecher könnte hier zum Einsatz kommen, der falsche Name würde ebenfalls unbewusste Konflikte oder Gefühle widerspiegeln.
Wir haben die freie Auswahl, allerdings eine phonetische Ähnlichkeit kann ausgeschlossen werden.
Nun zur Selbstfürsorge und deshalb als allererstes mal der Hinweis auf das Programm des Kulturhauses, wie auch auf den Spielplan des Kinos und … das SPAM-Wochenende hat begonnen und spätestens an den Abendkassen gibt es noch Karten.
Bewusstes Handeln, um das eigene körperliche, psychische und emotionale Wohlbefinden zu erhalten ist gefragt – wenn man schon einen Namen mit auf den Weg bekommen hat und dieser als zentrales Merkmal zur Identifikation der Persönlichkeit, rechtlich sowie sozial gedeutet wird, will er auch genannt werden – sonst fehlt was!
Nach dem Richtigstellungsversuche nicht gefruchtet haben und ruhig bleiben aktuell keine Option ist, kommt wieder die Max-und-Moritz-Frage ins Spiel: Was ist hier jetzt wohl zu tun?
Aber vielleicht sind im Kulturhaus ohnehin alle eine Person und haben deshalb auch nur einen Namen, ein Mononym – das Kennzeichen für den besonderen Wiedererkennungswert.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit sagt
Michael Pfeil