
26. 2. – 1. 3. 2026
Ein langes Wochenende über waren die historischen Räumlichkeiten der Zitadelle Treffpunkt von Spitzeninterpreten der Alten Musik. In den Konzerten wurden überwiegend klein besetzte Vokal- und Instrumentalwerke aufgeführt, die im 17. und 18. Jahrhundert in oder für Berlin komponiert worden sind. Ergänzt wurde das Programm durch eine Hommage an John Dowland sowie die überarbeitete Wiederaufnahme der Oper „La Liberazione“ von Francesca Caccini.
Künstlerische Leitung: Bernhard Schrammek und Heidi Gröger | Organisatorische Leitung: Britta Richter
Alle Bilder © Stephan Roehl beim Festival SPAM light 26 | www.stephan-roehl.de/
Eröffnungskonzert | Do. 26.2.26 | 19 Uhr | Zitadelle, Italienische Höfe
O holder Tag – Ensemble Wunderkammer | Marie Luise Werneburg, Sopran
Anne Freitag, Traversflöte | Maria Plucińska, Oboe | Elfa Rún Kristinsdóttir, Violine | Andreas Pfaff, Violine | Christian Rothe, Viola | Martin Seemann, Violoncello | Guido Großmann, Violone | Peter Uehling, Cembalo und Leitung
Arien, Kantaten und Instrumentalwerke von Carl Heinrich Graun, Christoph Schaffrath, Johann Gottlieb Janitsch und Johann Sebastian Bach
Im September 1741 reiste Johann Sebastian Bach nach Berlin und schuf dort für die Hochzeit eines Freundes die Solokantate »O holder Tag, erwünschte Zeit«. Gut möglich, dass Bach in Berlin die komplette Hofkapelle Friedrichs II. traf und deren Musik aus erster Hand kennenlernen konnte.
Bachs Solokantate wurden Arien und Instrumentalmusik des Berliner Hofkapellmeisters Carl Heinrich Graun und seiner Kapellkollegen gegenübergestellt.
www.ensemble-wunderkammer.com | www.marieluisewerneburg.de
Fr. 27.2.26 | 19 Uhr | Zitadelle, Gotischer Saal
Freitagsakademie – Xenia Löffler, Oboe | Gergely Bodoky, Traversflöte | Daniel Deuter, Violine | Anna Reisener, Violoncello | Flóra Fábri, Cembalo
Kammermusikwerke von Johann Gottlieb Janitsch, Christoph Schaffrath und Carl Philipp Emanuel Bach
Johann Gottlieb Janitsch, ein Hofmusiker Friedrichs II., traf sich gern freitags mit seinen Kollegen aus der preußischen Hofkapelle zum Musizieren abseits höfischer Etikette. Man verabredete sich in Privatwohnungen, lud gute Freunde ein und spielte nach Herzenslust anspruchsvolle Kammermusik. Mit diesen »Freitagsakademien« wurde der Grundstein für öffentliche Konzertreihen in Berlin gelegt.
xenialoeffler.com | www.annareisener-cello.de | florafabri.com
Fr. 27.2.26 | 22 Uhr | Zitadelle, Proviantmagazin
Dowland zur Nacht – Luise Enzian, Harfe | Tehila Nini Goldstein, Mezzosopran
Kompositionen von John Dowland, Luca Marenzio, Orlando di Lasso und anderen
Vor 400 Jahren, im Februar 1626, starb in London John Dowland. Er war einer der bedeutendsten europäischen Musiker in der ausgehenden Renaissance- und beginnenden Barockepoche. Gerühmt wurde schon damals die melancholische Qualität dieser Musik.
about.me/luise.enzian | www.tehilalala.com
Sa. 28.2.26 | 15 Uhr | Zitadelle, Zeughaus
Berliner Gambenschule – Heidi Gröger, Lea Rahel Bader, Viola da Gamba | Flóra Fábri, Cembalo
Kompositionen von Ludwig Christian Hesse, Carl Philipp Emanuel Bach, Christoph Schaffrath, Carl Friedrich Abel, Marin Marais und Monsieur de Sainte-Colombe
Die Viola da Gamba galt in der Mitte des 18. Jahrhunderts als ein zwar nobles, aber doch altmodisches Streichinstrument, das den Anforderungen des modernen Orchesters nicht mehr gewachsen war. Am Preußischen Hof ereignete sich aber während der Regentschaft Friedrichs II. noch einmal eine außergewöhnliche Blütezeit der Gambe, maßgeblich ausgelöst durch das kunstvolle Spiel des Hofgambisten Ludwig Christian Hesse, mit dem er auch seine unmittelbaren Kollegen in der Hofkapelle inspirierte.
www.heidigroeger.de | learahelbader.com | florafabri.com
Sa. 28.2.26 | 17 Uhr | Zitadelle, Zeughaus
Roundtable-Gespräch: Alte Musik in Berlin
mit Sarah Wedl-Wilson, Senatorin für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt, Jelle Dierickx, Künstlerischer Leiter der Musikkultur Rheinsberg, Katharina Bäuml, Leiterin Capella de la Torre, Moderation: Bernhard Schrammek
Berlin ist ein internationales Musikzentrum ersten Ranges. Und dennoch tut sich die Alte Musik in der deutschen Hauptstadt schwer. Wie lassen sich kreative Ideen besser verwirklichen? Was kann für mehr Vernetzung zum gemeinsamen Vorteil aller getan werden? Was wird vom Senat erwartet und tatsächlich geleistet? Welche Fördermöglichkeiten gibt es, wo könnte nachgebessert werden? Einige Fragen wurden bei dem Roundtable mit Vertretern aus Politik und Kunst diskutieren.
Sarah Wedl-Wilson | Katharina Bäuml | bernhard-schrammek.de
Sa. 28.2.26 | 19 Uhr | Zitadelle, Italienische Höfe
Musikalisches Opfer – Continuum | Elina Albach, Cembalo und Leitung | Franziska Troegner, Lesung
Judith von der Goltz, Violine | Ildiko Ludwig, Violine & Viola | Johanna Bartz, Traversflöte | Liam Byrne, Viola da Gamba
Johann Sebastian Bach, Musikalisches Opfer BWV 1079
Während seines Besuchs bei Friedrich II. wurde Johann Sebastian Bach 1747 von dem Regenten aufgefordert, über ein von ihm gestelltes Thema zu improvisieren. Bach kam dieser Bitte nach und widmete dem König später eine ganze Kompositionssammlung mit verschiedenen Werken über dessen Thema – das »Musikalische Opfer«. Diese Verneigung vor dem Preußenkönig war politisch durchaus brisant, brüskierte Bach doch damit seinen eigenen Landesherrn, den sächsischen Kurfürsten.
So. 1.3.26 | 15 Uhr | Zitadelle, Gotischer Saal
Preussische Festlieder – Cantus Thuringia | Christoph Dittmar, Altus und Leitung
Joowon Chung, Johanna Ihrig, Sopran | Benjamin Glaubitz, Pedro Matos, Tenor | Sönke Tams Freier, Bass | Dorothea Weser, Orgel
Geistliche Vokalwerke von Johann Eccard, Johann Crüger, Johann Stobaeus und anderen
»Preußische Festlieder« heißt ein Druck mit Werken des Berliner Domkantors Johann Eccard. Darin sind wunderbare Vokalwerke abgedruckt, die aus der kirchenmusikalischen Praxis Eccards in Berlin und zuvor in Königsberg stammen. In Verbindung mit den etwas später entstandenen Gesängen des Nikolaikantors Johann Crüger geben diese Werke einen tiefen Einblick in die reformatorische Kirchenmusik der aufstrebenden Metropole Berlin.
So. 1.3.26 | 18 Uhr | Zitadelle, Alte Kaserne
La Liberazione 2.0 – Capella de la Torre | Katharina Bäuml, Schalmei und Leitung | Mirella Weingarten, Regie
Francesca Caccini, »La Liberazione di Ruggiero dall’ isola d’Alcina« sowie Werke von Salomone Rossi (um 1570– um 1630), Diego Ortiz (um 1510–1570), Maurizio Cazzati (1616–1678), Lucas Ruiz de Ribayaz (1626–1677)
Zur Karnevalszeit 1625 wurde in Florenz die Oper »La Liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina« von Francesca Caccini aufgeführt, es ist das früheste uns bekannte Bühnenwerk einer Frau. Das Stück kreist um die Zauberin Alcina und ihre dramatische Liebe zum Ritter Ruggiero.
Das Festival wurde gefördert von




















